Gesellschaftslehre
Geschichtsunterricht zum Anfassen bei Bertelsmann
Geschichtsunterricht zum Anfassen bei Bertelsmann
Geschichtsunterricht zum Anfassen bei Bertelsmann
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Geschichtsunterricht zum Anfassen bei Bertelsmann Gütersloh, 14.11.2007 |
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Der Leistungskurs Geschichte an der Janusz Korczak-Gesamtschule, zusammen mit der Kursleiterin Berit Lohsträter und Uwe Tack vom Unternehmensarchiv |
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Geschichte in der Schule ist trocken, langweilig und ohne Bezug zum heutigen Leben? Von wegen! Dass im Geschichtsunterricht Themen und Ereignisse aus der Vergangenheit auch ganz praxisorientiert erarbeitet werden können, haben in den vergangenen Wochen 13 Schüler des Leistungskurses Geschichte an der Janusz Korczak-Gesamtschule in Gütersloh erlebt. Sie nahmen am ersten externen Geschichtsprojekt des Bertelsmann-Unternehmensarchivs teil ein Schulprojekt zum Thema Bertelsmann im Dritten Reich". Zwei Wochen lang hatten die Schüler sich dafür mit Originalquellen aus dem Unternehmensarchiv befasst und in Projektgruppen verschiedene Themenaspekte erarbeitet. Am vergangenen Mittwoch präsentierten sie ihre Ergebnisse in der Aula der Gütersloher Gesamtschule. Das Interesse an der Zeit des Nationalsozialismus ist auch heute noch sehr groß", begrüßte Uwe Tack vom Unternehmensarchiv die Schüler am Mittwochvormittag. Eine von vielen Fragen zur deutschen Vergangenheit sei, wie sich die Unternehmen hierzulande in dieser Zeit verhalten und unter welchen Bedingungen sie gearbeitet hätten, so Tack eben jene Frage, mit der sich der Leistungskurs am Beispiel Bertelsmann auseinandergesetzt habe. Es hat großen Spaß gemacht mit euch, und jetzt bin ich sehr darauf gespannt, was ihr erarbeitet habt." Und das war eine Menge: Die Zensur- und Literaturpolitik im Nationalsozialismus, der Arbeitsalltag bei Bertelsmann, das literarische Programm in dieser Zeit und die Schließung des Verlags waren einige der spannenden Themen an diesem besonderen Schultag.Eine Projektgruppe erklärte zum Beispiel, welche literarischen Gattungen der Bertelsmann-Verlag in der Zeit des Dritten Reiches verlegt habe. Mit Statistiken dokumentierten die Schüler, dass die theologische Sparte des Verlags seit der Machtergreifung der Nazis kontinuierlich an Umfang verloren habe. Stattdessen habe sowohl klassische deutsche Literatur als auch Literatur mit völkisch-nationaler und auch antisemitischer Ausrichtung einen großen Anteil der Verlagsarbeit eingenommen. Eine andere Gruppe hatte sich mit der Schließung des Verlags 1944 beschäftigt. Sie referierte die Ergebnisse der Unabhängigen Historischen Kommission, die mit ihren wissenschaftlichen Untersuchungen den Mythos des Widerstandsverlags" zerschlagen hatte. Das jahrelang gepflegte Selbstbild, Bertelsmann sei wegen seiner oppositionellen Haltung geschlossen worden, sei falsch gewesen, wussten die Schüler. |
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| Und wie gestaltete sich eigentlich der Arbeitsalltag bei Bertelsmann in der NS-Diktatur? Auch damit hatten sich die Schüler befasst und zeigten in ihrer Präsentation, dass der Alltag im Betrieb stark von den nationalsozialistischen Organisationen beeinflusst gewesen sei. So fanden im Hause Bertelsmann nicht nur Veranstaltungen der Deutschen Arbeiterfront (DAF) statt. Es gab eine aktive Werksfrauengruppe, seit 1936 wurde auch das Gemeinschaftsbuch der DAF eingeführt und ab 1939 war für die Verlagslehrlinge die Mitgliedschaft in der Hitlerjugend oder beim Bund Deutscher Mädel verpflichtend. Anschaulich zeigten die Schüler Fotos aus jener Zeit und konnten dem Publikum sogar das Original- Bertelsmann-Gemeinschaftsbuch präsentieren. Für die Zuhörer neben dem Geschichtsgrundkurs der obersten Stufe lauschten auch einige Schüler der unteren Jahrgänge dem Vortrag also ein spannender Vormittag mit vielen Informationen. Für die Janusz Korczak-Gesamtschule war die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen im Rahmen ihres Geschichtsunterrichts eine bisher einmalige Erfahrung. Ganz sicher eine positive, wie Berit Lohsträter, Leiterin des Geschichtsleistungskurses erklärte: Für unsere Schüler war das Projekt eine tolle Gelegenheit, Geschichte einmal nicht nur aus den Schulbüchern, sondern in der Auseinandersetzung mit den Quellen und direkt vor Ort im Bertelsmann-Unternehmensarchiv ganz authentisch zu erfahren." |
In Projektgruppen hatten die Schüler des Geschichtsleistungskurses verschiedene Themen vorbereitet. |
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Die fleißigen Projektteilnehmer sahen das nicht anders. Einmal echte Quellen direkt in der Hand zu haben und mit ihnen zu arbeiten, hat Spaß gemacht", meinte etwa Michael Lamberjohann. Auf diesem Weg einen Einblick in die Lokalgeschichte erhalten zu haben, war für Frieda Olfert ein echter Gewinn besonders spannend fand ich zum Beispiel, dass wir etwas über Geschehen in der Reichspogromnacht in Gütersloh gelernt haben". Und Jens Krumschmidt fügte hinzu: Es hat mir gefallen, dass wir direkt bei Bertelsmann vor Ort recherchieren konnten. Wir sind dort gut betreut worden und haben bei allen Fragen Hilfestellung bekommen." Eine Hilfestellung, die das Bertelsmann-Unternehmensarchiv der Janusz Korczak-Gesamtschule, aber auch anderen Gütersloher Schulen in Zukunft gerne wieder zur Verfügung stellen möchte, wie Uwe Tack betonte: Wir würden uns sehr über eine Fortsetzung des Projekts freuen auch gerne zu anderen historischen Epochen, wenn diese für die Lehrpläne der lokalen Schulen interessant und relevant sind." Mehr über die Arbeit des Bertelsmann-Unternehmensarchivs erfahren Sie im BeNet in der Rubrik Geschichte". (ur)
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Auch Schüler aus unteren Jahrgängen lauschten dem Vortrag zum Thema "Bertelsmann im Dritten Reich"
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