Das Caesar-Projekt
Das Caesar-Projekt
Im normalen Lateinunterricht lesen die Schüler Caesars Originalschrift „De bello Gallico“ und lernen natürlich einiges über die politischen und militärischen Hintergründe seines Gallienfeldzuges. Meistens bleibt aber nur wenig Zeit, sich über andere interessante Begebenheiten und Details aus Caesars Leben zu informieren. Doch welche Gelegenheit eignet sich dafür besser als das Projekt „Meine Schule“/Tag der offenen Tür?
Gleich zu Beginn finden sich die Schüler in Kleingruppen zusammen und beraten, welche Aspekte sie aus Caesars Biographie näher untersuchen möchten; Anregungen finden sie dazu in bereitgestellten Texten und anderem Material. Erfahrungsgemäß erfreuen sich u. a. die Themen „Caesar und Kleopatra“, „Caesar und die Germanen“ und „Caesars Ermordung“ großer Beliebtheit.
Nachdem sich die Kleingruppen für jeweils zwei Themen entschieden haben, recherchieren sie intensiv in der Mediothek und im Internet und sammeln möglichst viele themenbezogene Informationen. Dann werden die gewonnenen Informationen sortiert, geordnet und als neue Erkenntnisse anschaulich auf Plakaten dargestellt. Bilder, Illustrationen und eigene Zeichnungen sind dabei erwünscht. Es sollte den Schülern überlassen bleiben, ob sie ihre Ergebnisse auf den Plakaten in einem Kurzvortrag oder – bei geeigneten Räumlichkeiten – an Wänden als „Ausstellungsstücke“ präsentieren.
Nach gut zwei Stunden darf aber auch die lateinische Sprache nicht zu kurz kommen: Knapp eine Stunde lang sollen die Schüler vor den Augen interessierter Besucher beweisen, dass sie Caesars Sprache auch im Original lesen und übersetzen können. Dazu bekommen sie eine Comicseite aus dem Helvetierkrieg (De bello Gallico, Buch I, Kap. 17) und erschließen den Inhalt zunächst mithilfe der Comicbilder. Dann übersetzen sie in Kleingruppen die dazugehörigen lateinischen Sprechblasen, um ein genaueres Textverständnis zu erlangen. Im Anschluss an die Präsentation der Übersetzung interpretieren die Schüler die kurze Caesar-Szene, indem sie darüber diskutieren, wie Caesar seine eigenen Interessen und das Anliegen der Galliergesandtschaft darstellt.
Da die Schüler für das Übersetzen und Interpretieren lateinischer Originaltexte viel Sorgfalt und Konzentration aufbringen müssen, geht es in der Schlussphase des Projektes etwas entspannter zu: Die Schüler haben nun die Gelegenheit, ihr erworbenes Wissen an einem Lückentext über Caesars Biographie zu testen und haben hoffentlich nach knapp vier Stunden Caesar-Projekt das Gefühl, nicht nur umfassend über Caesar informiert zu sein, sondern auch, dass ein Vormittag Latein – mal anders organisiert als sonst – ganz interessant sein kann.



