Erweiterer Musikunterricht (EMU)
Erweiterer Musikunterricht (EMU)
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Janusz Korczak-Gesamtschule
- städtische Gesamtschule - Gütersloh
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Erweiterter Musikunterricht in den Jahrgängen 5-7
1. Ziel
Die SuS sollen im Sinne individueller Förderung die Möglichkeit erhalten, Kompetenzen einer eigenen Musikpraxis zu entwickeln, die über die im planmäßigen Musikunterricht vermittelbaren hinausgehen.
Dazu gehören:
- Beherrschung eines eigenen Instruments
- Ensemblespiel bis zur Aufführungsreife
- Notenkenntnis, Erarbeitung eigener Partituren
- Gehörbildung
- Interpretation von Musikwerken
- Improvisation
- Eigenkomposition
Die SuS sollen nach der JEKI Initiative in den Grundschulen ein aufbauendes Angebot in der JKG finden.
2. Grundsatz
Die SuS sollen die Chance erhalten, ästhetische Erfahrungsräume zu inszenieren. "Wenn es um Musikmachen geht, sollten die SuS Gestaltungsspielräume haben und nicht lediglich Noten zum Nachspielen vorgelegt bekommen (Christian Rolle, Werner Jank, Musikdidaktik, Cornelsen, 2005). Hier wird gleich zu Beginn der Unterschied zwischen diesem Konzept und den Klassenorchestern wie Bläserklasse, Streicherklasse etc. manch anderer Schulen deutlich. Die Reproduktion von Musik ist nur eines von mehreren Arbeitsfeldern des erweiterten Musikunterrichts.
- Die Heterogenität der einzelnen Klassen eines Jahrgangs soll nicht durch dieses Angebot verändert werden.
- Das Angebot soll interessierten SuS unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern offen stehen.
- SuS, die bereits ein Instrument besitzen und dieses auch privat erlernen, müssen diese Ressourcen mit einbringen können (Bläser etc.)
- Die Lernziele des regulären Musikunterrichts gelten auch für die Teilnehmer des erweiterten Musikunterrichts
4. Durchführung
Der erweiterte Musikunterricht setzt sich aus drei Unterrichtsbausteinen zusammen (je eine Unterrichtstunde pro Woche): Musikunterricht - Instrumentalunterricht (in Gruppen) - Ensemblepraxis.
Im Mittelpunkt stehen die Band-Instrumente (Keyboard, Gitarre, Bass, Schlagzeug, Percussion). Wie in 3. beschrieben kann aber auch ein anderes Instrument, das für das Ensemblespiel geeignet ist, integriert werden. Der obligatorische Instrumentalunterricht wird in diesem Fall von den Eltern privat organisiert.
Baustein I des erweiterten Musikunterrichts:
Grundlegender, lehrplanabdeckender Musikunterricht.
Der Unterricht orientiert sich thematisch zwar an den zu erarbeitenden Musiktiteln, deckt aber alle Bereiche des schulinternen Lehrplans ab (Musik hören, machen, reflektieren.). Die Lehrkräfte des Jahrgangs stimmen dazu mit dem Kursleiter die Werke ab. Auf diese Weise wird der Sicherung der Schullaufbahn Rechnung getragen. Zugleich wird davon ausgegangen, dass eine vielgestaltige Auseinandersetzung mit Musik letztlich auf das Instrumentenlernen zurückwirkt: die vielfältige Schulung des Gehörs bahnt das angestrebte, notenunabhängige Spiel an, das gemeinsame Tanzen trainiert die Koordinationsfähigkeiten und verbessert das für den Bühneauftritt notwendige Körperbewusstsein, die Auseinandersetzung mit der computergestützten Musikproduktion erleichtert spätere Eigenkompositionen, die Auseinandersetzung mit musikgeschichtlichen Aspekten ist hilfreich auf dem Weg zu einem eigenen musikalischen "Standort" usw.
Instrumentalunterricht in Gruppen
Der Instrumentalunterricht findet in drei Gruppen statt; die Einteilung folgt den Instrumentengattungen:
| Tasteninstrumente | Keyboard I + II
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8 SchülerInnen
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|---|---|---|
| Saiteninstrumente | Gitarre I + II, Bass
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12 SchülerInnen
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| Schlaginstrumente | Schlagzeug und Percussion
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8 SchülerInnen
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Baustein III des erweiterten Musikunterrichts:
Ensemblepraxis
Die Bandpraxis-Einheiten finden einmal wöchentlich statt; sie werden von einem Musiklehrer und von einem Instrumentallehrer betreut. Um den stundenplanerischen und finanziellen Aufwand in vertretbaren Grenzen zu halten, proben je zwei der vier Bands gemeinsam. Da in den Musikräumen jeweils eine PA-Anlage vorhanden ist, können die Bandproben für die Bands 1+2 und für die Bands 3+4 parallel stattfinden. (Dies sollte durch Stundenplan/Raumverteilung ermöglicht werden.)
Hierbei spielen entweder alle Schüler im Groove -Circle oder je zwei Bands proben in Band-Clinics unter Anleitung eines Lehrers in einem der beiden Räume, indem eine Band spielt und die andere singt.
Wie setzen sich die Bands zusammen?
Der erweiterte Musikunterricht sieht folgende Siebener-Bandbesetzung vor: Keyboard I, Keyboard II, E-Gitarre, elektroakustische Gitarre, Bass, Schlagzeug, Percussion (Congas, Bongos, diverse Kleinpercussion).Bei einer Kursgröße von 28 SchülerInnen entstehen somit vier Bands mit je sieben Mitgliedern. Auskunft über die Bandbesetzung bei abweichenden Gruppengrößen (> 28 bzw. < 28) gibt folgende Tabelle.
| Anzahl der Bands
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5 | 4 | 3 | |||||||||||
| Kursgröße | 31 | 30 | 29 | 28 | 27 | 26 | 25 | 24 | 23
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22 | 21 | 20
|
19 | 18 |
| Schlagzeug | 5 | 5 | 5 | 4 | 4 | 4 | 4 | 4 | 4 | 4 | 3 | 3 | 3 | 3 |
| Percussion | 4 | 4 | 3 | 4 | 4 | 4 | 3 | 3 | 3 | 2 | 3 | 3 | 3 | 2 |
| Bass | 5 | 5 | 5 | 4 | 4 | 4 | 4 | 4 | 4 | 4 | 3 | 3 | 3 | 3 |
| Gitarre I
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5 | 5 | 5 | 4 | 4 | 4 | 4 | 4 | 4 | 4 | 3 | 3 | 3 | 3 |
| Gitarre II
|
4 | 3 | 3 | 4 | 4 | 3 | 3 | 3 | 2 | 2 | 3 | 3 | 2 | 2 |
| Keyboard I
|
5 | 5 | 5 | 4 | 4 | 4 | 4 | 4 | 4 | 4 | 3 | 3 | 3 | 3 |
| Keyboard II
|
3 | 3 | 3 | 4 | 3 | 3 | 3 | 2 | 2 | 2 | 3 | 2 | 2 | 2 |
Beispiel: In einem Kurs mit 31 SchülerInnen werden 5 Bands gebildet. Insgesamt gibt es in dieser Klasse: 5 Schlagzeuger, 4 Percussionisten, 5 Bassisten usw.
Kriterien für die Auswahl der SuS bei Überhängen
Es gelten folgende Kriterien für die Aufnahme zum erweiterten Musikunterricht:
- Willensbekundung der Eltern liegt vor
- Musikalisches Talent (Musikalität, Interesse, Fortschritt). Einschätzung nach Probestunden
- Losentscheid
Durchführung:
- Sekretariat erstellt Liste mit den SuS nach Pag Nummer mit Musiknote GS
- Elternbrief mit der Bitte um verbindliche Anmeldung u. Kostenübernahme (Belehrung über Unterstützungsfähigkeit liegt bei). Darin enthalten Abfrage zu den ersten drei Kriterien.
- Vorauswahl nach Probeunterricht durch Zuordnung zu Instrumentgruppe
Wie viele (außerschulische) Lehrkräfte werden benötigt?
Auf einen Kurs entfallen 7 Lehrerstunden pro Woche: 1 Stunde Musikunterricht, 4 Stunden Instrumentalunterricht (je 1 Stunde für Tasten-, Gitarren-, Bass- und Schlaginstrumente), 2 Stunden Bandpraxis (1 Stunde Band I+II, 1 Stunde Band III+IV). In Jg. 5 und 6 wird die Ensemblestunde statt der Pflicht-AG unterrichtet.
1 Lehrer der Schule, 4 Instrumentallehrer der Musikschule
| Musikunterricht | Instrumentalunterricht
|
Bandpraxis
|
|---|---|---|
| Musiklehrer I
|
Instrumentallehrer I
|
Musiklehrer I
(Band I + II) |
| Instrumentallehrer II
(Gitarre) |
Instrumentallehrer I
(Band III+ IV) |
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| Instrumentallehrer III
(Schlaginstrument) |
||
| Instrumentallehrer IV
(Bass) |
Als Instrumentallehrer kommen Musiker öffentlicher und privater Musikschulen in Frage oder auch freiberufliche tätige Instrumentalpädagogen. Die Kreismusikschule ist unser erster Ansprechpartner. Erfahrungen mit ähnlichen Konzepten sind dort vorhanden.
Raumplan/Stundenplan
| Mo | Di | Mi | Do | Fr | |
| 5. Std.
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|||||
| 6. Std. | Mu i 5
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Mu E 5
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Mu i 6
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| 7. Std. | Mu E 7
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Mu E 6
|
Mu i 7
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| Mo | Di | Mi | Do | Fr | |
| 5. Std.
|
Mu E 5 | ||||
| 6. Std. | Mu i 5
|
Mu E 7
|
Mu i 6
|
||
| 7. Std. | Mu E 7
|
Mu E 6
|
Mu i 7
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5. Anschaffungen - Instrumentarium
Jeder Schüler erhält sein Instrument. Dieses kann dem Schüler durch die Schule zur Verfügung gestellt werden. Er nimmt dies mit nach Hause, um zu üben.
Für einen Kurs mit 28 SuS benötigt die Schule:
4 Stck. Gitarre II
8 Stck. Keyboards
4 Stck. Bass
4 Stck. Schlagzeug
4 Stck. Percussion
Neben dem bereits angeschafften Equipment werden 2 Gitarren-Verstärker benötigt.
Kostendeckung durch Elternbeiträge
28 Schüler, Monatsbeitrag 30,- , Finanzierung über 3 Jahre
Unterstützung Bedürftiger:
Hierzu hat der Förderverein bereits einen Beschluss gefasst, der unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern, die Teilnahme ermöglichen soll. Wir sind eine Schule für alle.
6. Koordination/Verwaltung
Die Aufgaben umfassen beispielsweise:
- Instrumentenausteilung und -überprüfung
- Wartung der Instrumente, ggf. Übernahme von Kleinreparaturen
- Koordination mit den Musikschullehrern
- Finanzielle Abrechnung mit der Musikschule in Zusammenarbeit mit dem Sekretariat
- Finanzielle Absprachen und Abrechnungen mit dem Sekretariat (Elternbeiträge etc.)
- Klärung Versicherungsfragen, Hilfe bei der Abwicklung von Schadensmeldungen
- Koordination und Ansprechpartner für Räume
- Klärung Ausfallregelungen und Kommunikation zwischen MusikschullehrerInnen und SchülerInnen
- Koordination/Entwicklung des schulinternen Curriculums
- Arrangieren; ggf. Komposition (bzw. Kompositionsanregungen) eigener Stücke: Anpassung an unsere Instrumentengruppen und an das jeweilige Schülerniveau
- Koordination und Dokumentation der Evaluation
Damit der koordinierende Lehrer des Jahrganges neben seinem anderweitigen Unterricht diese Aufgaben überhaupt leisten kann, beantragen wir die Anrechnung von 90 Minuten in seinem Stundendeputat.
Im Rahmen der Verwaltung der Leihinstrumente findet eine Anbindung an das Sekretariat statt. Die Hauptaufgaben bestehen in der Organisation der Instrumente und deren Wartung wie z.B. Schadensmeldungen. Daraus ergeben sich im Einzelnen folgende Aufgaben:
- Elternbeiträge überprüfen
- ggf. Mahnungen schreiben (s. Elternbeiträge)
- Konto einrichten und verwalten
- Versicherungen abschließen
- Schadensfälle weiterleiten
- Rechnungen annehmen und begleichen
- Absprachen mit Koordinator der Instrumentenverwaltung
Digitale Schülerkarteien als Arbeitsgrundlage für die Verwaltung
Mit Hilfe von digitalen Schülerkarteikarten werden die oben genannten Vorgänge (u.a.) rund um das Leihinstrument festgehalten und dokumentiert. Diese Karteikarten werden in das bereits vorhandene Schulportal www.jkg-gt.de integriert.
7. Fazit/Ausblick
"Jedem Kind ein Instrument heißt die kulturelle Bildungsinitiative/-offensive als Beitrag zum Programm der Kulturhauptstadt Europas (siehe www.jedemkind.de). Der erweiterte Musikunterricht ist, neben weiteren Musik-AG Angeboten, die logische Fortsetzung dieser Bildungsinitiative an weiterführenden Schulen. Jedoch können so nicht nur die musikalisch vorgeprägten Schüler/innen an dem Kurs teilnehmen, sondern genauso auch absolute Instrumentalanfänger.
Im Gegensatz zu anderen Instrumentalklassen-Konzepten weist das vorliegende folgende Besonderheiten auf:
- die Besetzung wurde bewusst auf eine erweiterte Band-Besetzung ausgelegt, um sich von bisherigen Streicher- und Bläser-Konzepten abzugrenzen und damit ein größtmögliches Stilrepertoire zu ermöglichen, bzw. eine zeitgemäße Einbindung von Popular-Instrumenten zu gewährleisten.
- die Stücke sollen sich kontinuierlich an der Instrumentaldidaktik der jeweiligen Instrumente orientieren, sodass nur Töne/Tonhöhen mit steigendem Schwierigkeitsgrad verwendet werden, die von den Schüler/innen im begleitenden Instrumentalunterricht erlernt werden
- die Stückauswahl kann zu einem Teil von Schülerwünschen ausgehen und ist damit auch besonders schülerorientiert
Zur inhaltlichen Ausgestaltung und Bestimmung des Repertoires ist die Entwicklung eines schulinternen Curriculums notwendig. Dieses wird durch die FK Musik ausgearbeitet. Hier soll bewusst keine Stilform einseitig in den Mittelpunkt gestellt werden.
Alle Werke, die mit der Ensemble-Besetzung in sinnvoller Weise spielbar sind, sollten als Möglichkeit für das Repertoire in Betracht gezogen werden. Damit kann dieses Konzept einen Beitrag zur längst überfälligen Überwindung der Trennung von E- und U-Musik leisten.
Mit diesem Konzept muss sich die Schule nicht in die Abhängigkeit von einem bestimmten Lehrwerk oder einem Instrumentenhersteller begeben.
Was geschieht nach Jg. 7?
Die erworbenen Kompetenzen der Teilnehmer sollten in einem Angebot mit einem größeren Ensemble weiter gefördert werden. Dazu empfiehlt sich die Einrichtung einer Big-Band AG für Jg. 8-13, die zweistündig durchgeführt werden sollte. Darüber hinaus steht den SuS der Proberaum zur Verfügung, in dem sie autark weiter arbeiten können.
Für die FK Musik
Runa Bergeler, Uta Brinkmann & Volker Wendland
Teile dieses Konzepts orientieren sich an dem Modell 1stclass-rock. (Quelle: 1stclassrock.de, 12-2008)
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