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Den Klimawandel vor Augen geführt

Virtuelle Klimaexpedition an der JKG

Häufig reicht ein Klassenzimmer nicht aus, um die großen Fragen der Menschheit zu klären. Also tauschten 150 Schüler:innen aus den Jahrgängen 7 bis Q2 an der Janusz Korczak-Gesamtschule ihre Schultische und Ipads gegen Virtual-Reality-Brillen und begaben sich in drei Gruppen auf eine virtuelle Klimaexpedition in sechs Abschnitten, die in Zusammenarbeit mit der Firma „Virtual-Didactics“ durchgeführt werden konnte:

1. Zwischen Sonnenstrahlen und Treibhausgasen

Die Expedition startete spektakulär: im Weltall. Ausgehend von der Sonne und ihrer Strahlung wurden die physikalisch-chemischen Mechanismen immersiv erlebbar, die in der Atmosphäre der Erde das globale Klimasystem antreiben. Die Schüler:innen erfuhren dabei, warum der natürliche Treibhauseffekt lebensnotwendig ist und weshalb seine anthropogene Verstärkung, z.B. durch Emission von Kohlenstoffdioxid und Methan, ein handfestes Problem darstellt.

2. Eiswelten in Gefahr – zu Besuch in Grönland

Von der Atmosphäre ging es direkt zum nächsten Glied einer globalen Klimakausalkette: ins ­schwindende Eisreich Grönlands. Mit den VR-Brillen vor den Augen standen die Jugendlichen plötzlich vor arktischen Gletschern, die zwar immer noch beeindruckend sind, aber bedenklich schnell schrumpfen. Ein Wissenschaftler und ein Fischer erklärten aus ihrer jeweiligen Perspektive eindringlich, welche Folgen das Schrumpfen der Eismassen hat.

3. Fidschi – wo die Zukunft (laut) anklopft

Auf den Fidschi-Inseln trafen die Jugendlichen die Bewohner:innen des Dorfes Narikoso, deren Alltag längst von klimawandelbedingten Veränderungen des Meeres diktiert wird: Steigende Pegel und Extremwetter zerstören die Häuser der Einheimischen, der Boden versalzt. Die Erzählungen machten betroffen und zeigten, dass der Klimawandel für manche Menschen kein Zukunftsszenario, sondern bereits heute real und existenzbedrohend ist.

4. Klimawandel vor der Haustür – Landwirtschaft in Brandenburg

Der nächste virtuelle Besuch galt einer vertrauteren Region: In Brandenburg begleiteten die Schüler:innen einen Landwirt und einen Agrarwissenschaftler, die von trockenen Sommern, Ernteausfällen und hitzestressgeplagten Böden berichteten. Hier wurde schnell klar, dass der Klimawandel nicht nur ein Problem in weit entfernten Regionen ist.

5. Klimamodelle und Vorhersagen

Die letzte Etappe führte zurück in die Kälte – auf ein Forschungsschiff im europäischen Nordmeer, vor Spitzbergen. Hier bekamen die Schüler:innen Einblicke in die wissenschaftliche Arbeitsweise der Klimaforschung mit Messinstrumenten, Datenmodellen und Klimaprojektionen. Davon ausgehend wurden Zukunftsszenarien eindrucksvoll vor Augen geführt: So etwa, die sich in Abhängigkeit von der Höhe des jeweiligen Temperaturanstiegs ändernde Wasserlinie an der deutschen Nordseeküste.

6. Von VR zurück ins echte Leben – Hoffnung durch Handlungsoptionen

Als die VR-Brillen abgesetzt, die Eindrücke aus Grönland, Fidschi, Brandenburg und dem Nordmeer aber noch spürbar waren, begann der vielleicht wichtigste Teil der JKG-Klimaexpedition, die Auseinandersetzung mit Lösungsansätzen.

Nach einem kurzen gemeinsamen Blick auf das Pariser Klimaabkommen und Lösungsansätze der Politik rückte der persönliche ökologische Handabdruck ins Zentrum: also nicht, was man unterlassen sollte, sondern was jede und jeder aktiv beitragen kann, um Klimaschutz voranzubringen. Gerade für Jugendliche, so wurde rasch klar, gibt es weit mehr Möglichkeiten, als man auf den ersten Blick denkt. So wurden zum Beispiel die Veränderung des eigenen Mobilitätsverhaltens („klimafreundlicher Schulweg“), Möglichkeiten zum Energiesparen, bewusstere Konsumentscheidungen, das Berücksichtigen der Thematik bei politischer Teilhabe wie etwa zukünftigen Wahlentscheidungen und das Anstoßen von Projekten in Schulgemeinschaft, Familie und Freundeskreis zum Teil lebhaft diskutiert.

Die Expedition rund um den Globus endete so nicht mit dem letzten VR-Bild, sondern mit der Erkenntnis: Klimaschutz beginnt nicht erst in der Politik oder auf Forschungsschiffen, sondern im Alltag – mit dem eigenen Handabdruck. Die Impulse sollen im Rahmen der Umsetzung unseres JKG-Curriculums „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ aufgenommen werden.

Markus Heidelberg



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    © Janusz Korczak - Gesamtschule Gütersloh